Der Feuerwehrmusikzug Holzhausen II

Ungefähr ein halbes Jahr nachdem die Löschgruppe in Holzhausen II im Februar 1935 gegründet worden war, nahm die Feuerwehrkapelle ihre musikalische Tätigkeit auf. Eigentlich ein trauriger Anlass – die Nationalsozialisten hatten versucht den Posaunenchor in Holzhausen II zu verbieten und trieben die Gründung einer Feuerwehrkapelle voran, in der sich viele Mitglieder des Posaunenchores wiederum zusammenfanden. An dieser Stelle sei erwähnt, dass der Posaunenchor die Geschichte überlebt hat und noch heute musiziert.

Unter der Führung des damaligen Kapellmeisters Gustav Felsch fanden sich eine Reihe von Musikern zusammen, die ein reges Interesse am Musizieren hatten. Großzügige Spenden sollten es ermöglichen, die nötigen Blasinstrumente und das Schlagzeuginventar zu beschaffen. Die Gründung des Musikzuges wurde von einigen Seiten recht kritisch betrachtet, vor allem als die Holzhauser Feuerwehr unter musikalischer Begleitung zum Amtsfeuerwehrfest 1936 in Hartum einmarschierte – ein überliefertes Statement von damals: „De Holthuser, dat es doch bloß èn Strohfuer!“

Das Strohfeuer brennt noch heute!

Dennoch hinterließen historische Ereignisse, vor allem der 2. Weltkrieg, tiefe Wunden in der Gestalt des Musikzuges, mit denen sich Kapellmeister Felsch auseinandersetzen musste – erst 1947 konnte der musikalische Betrieb wieder aufgenommen werden. Felsch, der damals der einzig staatlich anerkannte Musiker im Mindener Kreisgebiet war, führte sein Amt bis 1950 aus. Seine Nachfolger als Kapellmeister waren H. Hähnig (1950-1951) und Hermann Brauer, der 1952 mit der musikalischen Führung betraut wurde. 1963 stand ein erneuter Führungswechsel an, Georg Winkler sollte für weit als mehr 20 Jahre die leitende Funktion in der Kapelle darstellen.

Historie

Die Feuerwehrkapelle beim Aus-
marsch (Ende der 60er ?).
1. Reihe, rechts außen (mit Po-
saune): G. Winkler

In seiner Hand lag auch 1976/77 die Zukunft des Musikzuges, als man lediglich noch 14 Mitglieder zählte und ein eindeutiger Tiefpunkt in der Geschichte der Kapelle zu verzeichnen war – die Aufrechterhaltung des Musikbetriebes schien in Frage gestellt. Nur durch die Anwerbung von Neuzugängen konnte die Zukunft sicher gestellt werden und Winkler schaffte es in kurzer Zeit etliche Neuzugänge in seinen Reihen zu verzeichnen. Dies führte jedoch zu einem weiteren Problem, dem der Raumnot! Bis zu diesem Zeitpunkt konnten die Proben in den Räumen der Gaststätte „Zum Adler“ durchgeführt werden, der Anstieg der Mitgliederzahlen führte jedoch dazu, dass der vorhandene Platz nicht mehr ausreichte. Die Proben mussten also im Winter in einem ehemaligen Klassenraum der Volksschule und im Sommer im Gerätehaus stattfinden. Erst im Jahre 1984 konnten mit den Bauarbeiten zum Umbau des Gerätehauses an der Carl-Severing-Str. begonnen werden, in welchem der Musikzug einen geeigneten Probenraum finden sollte.

An dieser Stelle soll zweier Personen gedacht werden, welche die Gestalt des Musikzuges entscheidend prägten und in vielerlei Hinsicht unterstützten: „Kapellenmutter“ Elise Seele und „Kapellenvater“ Heinrich Jung, der jahrzehntelang selbst spielendes Mitglied unserer Kapelle war. Beide sind aus der Geschichte des Musikzuges nicht wegzudenken!

Weitere Unterstützung findet unser Musikzug durch die „eigenen Reihen“, d.h. durch die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren der Gemeinde Hille, insbesondere durch die des 3. Zuges, von denen wir auf dem Weihnachtskonzert 1981 als ein Zeichen der Verbundenheit eine Lyra als Geschenk entgegen nehmen durften. Nicht zu vergessen ist die vielseitige Unterstützung durch die Gemeinde Hille, die wir schon oft erfahren durften.

1988 trat Georg Winkler aus Altersgründen von seinem Amt als Kapellmeister nach 25 Jahren Dienstzeit zurück. Nachfolger als Dirigent und Ausbilder sollte Rolf Öttking werden, der wie sein Vorgänger die musikalische Gestalt des Musikzuges prägen sollte. 

Durch unsere langjährige Geschichte sind einige „Highlights“ zu nennen. So fuhr der Musikzug mehrfach zu den Internationalen Feuerwehrmusikkapellen und -Musikzüge-Festival nach Krumpendorf an den Wörthersee. Dort haben wir mehrfach mit den Bewertungen „Mit gutem Erfolg“ und „Mit sehr gutem Erfolg“ das Wertungsspielen gemeistert. Beim 5. Festival im Jahre 1999 konnte wir sogar mit einem 1. Platz unsere wochenlange Arbeit bestätigen lassen. Unter dem Motto: „Wir sind zwar nicht die besten, aber die lustigsten!“ waren wir angetreten – das Statement eines Schiedsrichters im Anschluss an das Wertungsspielen: „Wie lustig müßt´s ihr denn sein, wenn’s ihr schoa so guat spiealt?“.

Der Musikzug pflegt eine gute Freundschaft zu den Österreichern. Im Jahr 2005 reiste der Musikzug nach Hermagor um dort dass „Gailtaler Speckfest“ musikalisch mit zu gestalten Auch in den Jahren 2009 und 2011 war der Musikzug ein Bestandteil des Speckfestes; so werden sich die Musiker definitiv wieder auf die Reise nach Österreich begeben.

Zu den weiteren „Highlights“ gehören u.a. unsere Konzerte in der Bürgerhalle Holzhausen II und unser alljährliches Platzkonzert (Open air) zu Himmelfahrt, bei dem wir in Zusammenarbeit mit der Löschgruppe unsere Türen öffnen und uns mit einem Grillstand und einer Theke um das leibliche Wohl unserer Freunde und Besucher kümmern.

Weitere Auftritte, bei denen der Musikzug bereits seit vielen Jahren mitwirkt sind u.a. das Schützenfest in Nettelstedt, das Bürgerschützenfest „Freischießen“ in Minden, der Gemeindefeuerwehrtag und das Gemeindealtentreffen, sowie bei der Ausstellung des RGZV Holzhausen II, um nur eine begrenzte Zahl unserer Auftritte zu nennen.

Von Jens-Christian Fegel/Melissa Sparwirth

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